Verena Reichelt (Mitglied des Rettungshundezuges „Bergische Mantrailer“) und Sylvia Schlepper (K-9 BasicMantrailTrainerin) luden dazu ein.

 

Es trafen sich 12 Hundehalter mit ihren 8 Doezen, um das Mantrailing für sich auszuprobieren. Alle Teilnehmer fanden sich pünktlich am angegebenen Treffpunkt ein, nur die Gastgeber fehlten. Die hatten sich doch tatsächlich im Wald verirrt. Verena und ich waren schon sehr zeitig da, um mit unseren Hunden, die ja dann einige Zeit im Auto verbringen mussten, vorher noch ausgiebig spazieren zu gehen. Wir gingen dabei noch einmal alle Punkte durch, auf die wir achten wollten und waren so in unser Gespräch vertieft, dass wir uns nur wenig auf den Weg konzentrierten. Also verpassten wir auf dem Rückweg die richtige Kreuzung und bogen dann zu spät in die Richtung ein.

Schließlich kamen wir gut aufgewärmt mit roten Gesichtern am Parkplatz an. Auf das aufgewärmt sein, hätten wir gerne verzichtet, denn es herrschten angenehme Temperaturen…

Nun konnte es endlich losgehen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung, die von drei Doezen lautstark kommentiert wurde, begannen wir mit den ersten „Entdeckertrails“ (vgl. Alexandra Grunow, Rovena Langkau: „Mantrailing: mit Basic- Sport und TheraTrailing“ Franckh-Kosmos Verlags-GmbH&Co.Kg. Stuttgart. S.31).

Bei den Entdeckertrails geht es darum, dass der Hund eigenständig auf die Idee kommt, dass es sich lohnt, die spezielle Spur zu verfolgen, die mit dem Geruchsartikel in der Tüte am Anfang zu tun hat.

Der Geruchsartikel wird von der Versteckperson auf die Erde gelegt, dann wird eine kurze Trail gelegt, ca. 5 - 20 Meter lang. Der Hund wird zu dem Geruchsartikel geführt, auf das Suchgeschirr umgeschnallt und dann wartet man. Beim Mantrailing reagiert immer zuerst der Hund und dann der Hundeführer. Viele Hunde sind jetzt sehr verunsichert, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Selten erleben sie, dass ihr Hundeführer sich so passiv verhält. Dieser Moment ist immer sehr spannend, weil sich die Hunde hier ganz unterschiedlich verhalten. Es gibt Hunde, die nur eine kurze Zeit stehen bleiben und dann tatsächlich der Spur folgen, andere beginnen zu gehen und mal hier und mal dort zu schnüffeln. Wieder andere sind so verunsichert, dass sie dann doch die Hilfe ihres Besitzers brauchen. Diese Hunde bleiben einfach stehen, schauen ununterbrochen zu ihrem Besitzer oder beginnen zu fiefen.

Sobald die Hunde dann auf die Versteckperson gestoßen sind, werden sie extrem stark beloht, mit Futter, Lob, Spiel – je nachdem, was für den Hund das Größte ist (vielleicht auch alles)!

 

Nun folgen unmittelbar hintereinander noch zwei weitere Trails dieser Art. Die Hunde haben nach diesen ersten Entdeckertrails die Erfahrung machen können, dieser Geruchsartikel auf der Erde hat etwas mit der Person am Ende zu tun, die den Jackpot für sie bereithält.

 

Nach einer Pause im Auto und einem gemeinsamen Spaziergang durch den Wald wurden für jeden Hund weitere Entdeckertrails gelegt. Bei den meisten Hunden konnte man nun schon erkennen, dass sie wirklich mit dem Suchen begannen. Noch deutlicher wäre es gewesen, wir hätten uns am darauffolgenden Tag noch einmal treffen können.

 

Für uns war es spannend, auch mal mit Deckrüden arbeiten zu können. Bei Rüden kann es vorkommen, dass sie Entdeckertrails anfangs nicht so spannend finden. Sich auf die Spur zu konzentrieren fällt oft schwer, gibt es doch so viele spannendere und ablenkende Düfte auf den Wegen. Gut wäre es hier, man würde ein möglichst hundearmes Gelände finden, um es den Hunden am Anfang einfacher zu machen.

Spannend war es auch zu sehen, wie unterschiedlich der Schapendoes sich im Suchverhalten zeigt. Es gab einen Rüden, der - ähnlich einem Jagdhund - sehr schnell, mit tiefer Nase die Spur verfolgte. Ein andere zeigte sich sehr ehrgeizig und war sehr schnell begeistert dabei, er arbeitete mit Nase und Auge. Wieder andere agierten vorsichtig und tasteten sich langsam heran, suchten dann ganz konzentriert, und es gab auch welche, die dann doch lieber gemeinsam mit ihrem Besitzer arbeiteten und nicht so viel Spaß am eigenständigen Suchen hatten.

 

Bei einer gemeinsamen Kaffeerunde ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Insgesamt war es ein schöner Schnupperkurs und wir hatten viel Spaß!

 

Verena Reichelt und Sylvia Schlepper

 

Fotos: Dr. Karin Böhm